Wie eine Markenidentität Differenzierung erzeugen kann

Der selbstständige Finanzberater Dominic Landeck berät Privatkunden und mittelständische Unternehmen in verschiedenen Finanzthemen, von Versicherungen bis hin zu Vermögensanlagen. Dominic Landeck arbeitet in einer Branche, deren Produkte in aller Regel austauschbar sind. Sofern Unterschiede vorhanden sind, sind diese so marginal, dass sie vom Kunden wenig bis gar nicht wahrgenommen werden. Ausschlaggebend für Herrn Landecks wirtschaftlichen Erfolg sind also nicht in erster Linie seine Produkte, sondern es ist seine Persönlichkeit. Die Verdichtung dessen, was ihn ausmacht, ist also im übertragenen Sinne seine Lebensversicherung.

Auf der Suche nach Besonderheiten offerierte Dominic Landeck auf den ersten Blick wenig Markantes. Ein Mann Ende Zwanzig mit schwarzem Anzug, ca. 1,85 m groß, unauffälliges Schuhwerk, die Frisur sitzt. Rein äußerlich fiel er also nicht aus dem Rahmen. In den Gesprächen mit Dominic Landeck fielen jedoch schnell einige Dinge auf, die so nicht auf jeden Finanzberater passen. Etwa sein ruhiges Auftreten. Erfrischend ungezwungen und leise. Keine Verkaufssprüche. Keine marktschreierischen Behauptungen und Versprechen. Ein guter Zuhörer. Das Gespräch mit ihm verlief irgendwie harmonisch.

Ausgeglichenheit als Lebensgefühl

In der Entwicklung seines Lebensgefühls gingen wir dann tiefer. Wir befragten die zehn Menschen aus Herrn Landecks Leben, die ihn über Lebensphasen und -bereiche hinweg am besten kannten. In dieser anonymen Umfrage zeigten sich einige spannende Auffälligkeiten. Viele Einschätzungen aus seinem direkten Umfeld gingen in eine ähnliche Richtung. Auf die Frage, was Dominic Landeck in ihnen auslöse, wurde häufig ein Gefühl der Ruhe bzw. im Gleichgewicht sein genannt. Die Menschen um ihn herum fühlten sich also nach einer Begegnung mit ihm ausgeglichener als vorher. Im Abgleich des Selbst- mit dem Fremdbild bestätigte sich diese These.

Unabhängigkeit als Antrieb

Im Rahmen unserer Analyse fiel auch sein besonderer Antrieb auf. Er entschied sich früh, einen eigenen Weg zu gehen. Er machte sich selbstständig und bereits in sehr jungen Jahren von seinem Elternhaus unabhängig. Er traf diese Entscheidungen, weil er unabhängig sein wollte. Dieser Antrieb nach Selbstbestimmtheit war ihm wohlbekannt. Der nächste Schritt bestand nun darin, den Antrieb auch für andere zu nutzen. Sein Markenmantra komprimierte die wichtigsten Bausteine seiner Marke in einem Satz:

Angetrieben von dem Gedanken, Unabhängigkeit für mich und andere zu erreichen, bringe ich Menschen durch meine Gelassenheit und Unterstützungskraft in Balance.

Für Dominic Landeck fühlte sich dieser Satz zwar vertraut an. Gleichzeitig hatte er noch nie zuvor versucht, seine Wirkung derart auf den Punkt zu bringen, geschweige denn, sie für andere Menschen gezielt einzusetzen. Er hatte damit Worte für etwas bekommen, was er bisher intuitiv gespürt hatte. So hat sich sein Lebensgefühl herausgebildet: Balance. Mit dem neuen Werkzeug in der Hand haben wir uns folgende Fragen gestellt: Wie kann Dominic Landeck gezielt Menschen ansprechen, die Balance suchen? Wie kann er Leute erreichen, die vom gleichen Unabhängigkeitsgedanken getrieben sind wie er? Wie könnte es möglich sein, das Leistungsportfolio auf das Thema Balance auszurichten? Ist es machbar, sein Lebensgefühl in Gesprächen mit Kunden noch stärker zu vermitteln? Und könnte nicht auch die gesamte Vermarktung diesem Thema untergeordnet sein, um aus einem Guss zu agieren? Die Beantwortung dieser Fragen machte aus einem abstrakten, markenstrategischen Instrument einen spürbaren Unterschied.

Rückblickend betrachtet sollten sich die Entwicklung und Umsetzung seines Lebensgefühls als Schlüssel für seinen Erfolg herauskristallisieren. Zu Weihnachten bekam ich Post von Dominic Landeck. Ein Brief, der in dieser Form wohl an all seine Kunden gegangen war. In der Betreffzeile stand nicht etwa „Frohe Weihnachten“ oder etwas Vergleichbares. Im Betreff stand geschrieben: Wir haben gelernt, schneller zu schlafen, nebenbei zu essen und viel produktiver zu arbeiten.
Aber wir haben verlernt, in Balance zu leben (Cay von Fournier). Dem Brief lag ein Päckchen Tee bei, auf dem geschrieben stand:

„Balance Tee. Damit Ihre Finanzen in Balance bleiben“.

Darunter die Unterschrift von Dominic Landeck.
Dominic Landeck: Vom 08/15-Finanzberater zur starken Marke.

Dominic Landeck