25.11.2021 | Schlagwörter: , , , ,

Christopher Spall im Interview mit watson / 24. November 2021

Nachdem sich Joshua Kimmich im Oktober 2021 gegenüber Sky als ungeimpft geoutet hatte, geriet der Mittelfeldspieler des FC Bayern ins Kreuzfeuer der Kritik. Zumal er sich erst auf Nachfrage selbst dazu äußerte. Bis dato zeichnete sich Kimmich durch soziales Engagement und Verantwortungsbewusstsein aus. Mit seiner öffentlichen Positionierung als Impfskeptiker torpedierte er selbst das Bild, das die Gesellschaft von ihm hatte – und damit seinen guten Ruf.
Christopher Spall erläuterte im November im watson-Interview, wie Joshua Kimmich seine Vorbildfunktion wiedererlangen kann.

Als Joshua Kimmich im November dann offenbar doch einen Impftermin vereinbart hatte, wurde bei ihm eine Corona-Infektion festgestellt. Jetzt, Ende Dezember, gilt er zwar als genesen, kann aber wegen Lungenproblemen noch nicht wieder trainieren. Eine gute Gelegenheit für den 26-Jährigen, seine Rolle als Vorbild neu aufzuladen. Denn jetzt wäre es an der Zeit, dass der Fußballstar seine Popularität nutzt, um eine breite Masse an Fans von der Sinnhaftigkeit der Corona-Impfung zu überzeugen. Denn Haltung zeigen bedeutet auch, Fehler – öffentlich – einzugestehen und daraus zu lernen.

 

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Die Strategie Intransparenz funktioniert nicht.

„Es löst vielmehr einen nachhaltigen Reputationsschaden aus, wenn noch ein halbes Jahr rumgedruckst wird (…)“, sagt Markenexperte Christopher Spall gegenüber watson. Würden sich die Spieler jetzt äußern, gäbe es zwar nochmal einen kurzen Aufschrei, doch langfristig die Möglichkeit, einen positiven Effekt zu erzielen.

„Aber solange das Thema nicht geklärt ist, wird sich die öffentliche Wahrnehmung nicht in Richtung positiver Themen verschieben, die die Marke FC Bayern und die Marke Joshua Kimmich wieder stärken“, erklärt Spall.

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Marke Joshua Kimmich nicht langfristig beschädigt.

Besonders Kimmich stand seit seinem Sky-Interview, in dem er erklärte, nicht geimpft zu sein, in den vergangenen Wochen im Zentrum der Kritik. Denn anders als seine DFB-Kollegen Gnabry und Musiala ist Kimmich aufgrund seines sozialen Engagements jemand, der sich öffentlich engagiert und soziale Verantwortung übernimmt.

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„Seine Haltung, sich nicht impfen zu lassen, konterkariert diese Positionierung. Genau deshalb erntete er sowie Kritik, sowohl beim FC Bayern als auch in der öffentlichen Wahrnehmung.“

Positiv bewertet Spall hingegen, dass durch Kimmichs Äußerungen eine gesellschaftliche Diskussion um die Impfung und die 2G-Regel für Fußballer entstanden sei. Doch nachhaltig wird das seine Rolle in der Gesellschaft laut Spall nicht beschädigen. Ähnlich wie im Sky-Interview würde der Markenexperte dem Mittelfeldspieler empfehlen, sich nochmal umfassend öffentlich zu äußern.

Für den guten Ruf gibt es nichts Heilsameres als zu sagen: Ich habe Informationen bekommen, etwas gelernt und meine Meinung geändert.

Spall glaubt, dass die meisten Menschen ihm eine solche Aussage hoch anrechnen würden. „Es wäre ein mutiger Schritt nach vorn, mit der er seine Vorbildfunktion zurückerlangen würde. Auch ein Vorbild darf Fehler machen. Gleichzeitig zeichnet es besonders Vorbilder aus, dass Sie zeigen, wie man mit Fehlern umgeht.“

 

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Das Interview führte Lukas Grybowski.

Bildquellen: watson, IMAGO / Sven Simon

 

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