13.1.2021 | Schlagwörter: , , ,
Parteimarke SPD

Christopher Spall im Interview in der w&v zum Thema „Parteimarke SPD“/ Januar 2021

Wofür steht die SPD? Wenn die sozialdemokratische Partei bei der anstehenden Bundestagswahl noch eine Rolle spielen will, kommt sie um eine Antwort auf diese Frage nicht herum. Warum es wichtig ist, zur starken Parteimarke zu werden, erläutert Christopher Spall im Interview mit der w&v.

Hier ein Auszug aus dem Artikel „Das Profil ist Geschichte“ in der w&v vom Januar 2021

Gefragt ist eine starke Parteimarke mit klarer Haltung

(…) Spall sieht es als „Verpflichtung“, dass sich auch Parteimanager mit dem Thema Marke beschäftigen. „Menschen schließen sich anderen Menschen nur an, wenn sie sich verbunden fühlen“, argumentiert der Markenexperte. Die Basis für ein solches Verbundenheitsgefühl sei eine „auf den Punkt gebrachte Haltung“. Oder anders ausgedrückt: ein klares Markenprofil.

Im Vergleich zu Konsumgüter-Unternehmen zum Beispiel haben es Parteien dabei aber deutlich schwerer. Während etwa ein Schokoriegel-Hersteller in erster Linie für eine immer gleichbleibende Produktqualität sorgen muss, ist der Markenbildungsprozess bei einer Partei wesentlich komplexer. „Es ist nicht nur wichtig, die Frage zu beantworten, warum die Gesellschaft eine bestimmte Partei überhaupt braucht,“ so Spall. Auch die interne Organisation und die führenden Köpfe der Partei müssten die erarbeitete Strategie hochhalten und glaubhaft vertreten.

Durch die Brille eines Markenberaters betrachtet, sitzt die SPD derzeit zwischen den Stühlen

„Die Partei wird eingekesselt von den Grünen und der Linken. Das Ergebnis ist ein Generalisten-Image.“ Die einzige Chance der SPD bestehe darin, sich als „Spezialisten-Marke“ zu profilieren und beispielsweise die sozialen Folgen des Klimawandels zu thematisieren. Oder sich bei der aktuellen Pandemiepolitik um Folgen wie das immer weiter wachsende soziale Ungleichgewicht zu kümmern.

Der Weg zu einem klaren Markenprofil ist ein langer Prozess – auch für eine Parteimarke

Für die kommende Bundestagswahl, glaubt Spall, sei es eigentlich schon zu spät. Realistischer sei es, ausgehend von einer klaren Positionierung, auf die Bundestagswahl 2025 hin zu arbeiten. Auch die Wahlerfolge der Vergangenheit basierten auf einer langfristig geplanten Grundlage. (…)

Das Interview führte Gabi Schreier.

Bildquelle: Shutterstock / w&v

 

Christopher Spall hat im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 alle großen Parteien auf den Prüfstand gestellt (Das Markenranking der Parteien). Das Ergebnis: Die stärkste Marke war die FDP, die nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag im Jahr 2013 einen Prozess der Selbstfindung angestoßen hatte. Bei allen anderen Parteien fiel die Bilanz in puncto Markenbildung bescheiden aus. Starke Parteimarken in Deutschland? Fehlanzeige.

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