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Die 10 Prinzipien für Marken in der Krise: Best Practices

Von Mitarbeiterverleih bis Homeoffice-Wein

Die folgenden Beispiele zeigen, dass starke Marken selbst in Krisenzeiten Attraktivität erzeugen können – aus ihrer Identität heraus und den daraus resultierenden Stärken. Trotz wirtschaftlichen Stillstands und Social Distancing schaffen es diese Marken, ihre gesellschaftliche Relevanz zu bewahren und sogar zu erhöhen. So bringen sie sich in eine gute Ausgangsposition für die Zeit nach der Krise. Jede gelungene Aktion ist ein guter Grundstein für die Zeit nach der Krise. Ihre Kunden werden Ihnen Ihr Engagement nicht vergessen!

Machen Sie jetzt den Unterschied in Ihrem sozialen Umfeld – mit pragmatischer Hilfe.

Die südafrikanische Destille Six Dogs stellt normalerweise hochwertige Gins her. Im Angesicht der Corona-Krise und der damit verbundenen Knappheit an Desinfektionsmitteln entschied sich Six Dogs dafür, die Produktion auf ebendiese Reiniger umzustellen. Die Produkte werden kostenlos verteilt. Besonders da, wo es wirklich zählt. In Südafrika sind viele Kommunen oft ohne Wasser und sind somit dringend auf Desinfektionsmittel angewiesen.

Welchen Beitrag können Sie mit Ihrem Unternehmen für die Menschen in der Region leisten? Hören Sie sich um, wo die großen Probleme und Engpässe bestehen und überlegen Sie, wie Sie Ihre Ressourcen sinnvoll einsetzen können. Wichtig ist dabei, dass Ihr soziales Engagement im Vordergrund steht. Dann tolerieren Kunden und die Öffentlichkeit auch, dass Sie davon wirtschaftlich profitieren.

Die üblichen Themen in den Sozialen Medien stoßen momentan bei den Menschen auf wenig Interesse. Neuigkeiten zu Corona saugen wir dagegen auf wie ein nasser Schwamm. Reiten Sie die Welle und kommunizieren Sie auf allen Kanälen nur Corona-relevante Nachrichten. Jedenfalls solange das Thema uns alle so sehr betrifft. Schwergewicht Microsoft macht’s vor: Der Softwarekonzern teilt seit zwei Wochen ausschließlich Inhalte zur Corona-Krise.

Fragen Sie sich – bevor Sie kommunizieren, wie Ihr Inhalt da draußen ankommt. Jetzt ist keine Zeit für Werbung, sondern besondere Sensibilität gefragt. Jedoch dürfen Sie die Welt jederzeit wissen lassen, wenn Sie einen positiven Beitrag für die Gesellschaft geleistet haben.

Rituals, Anbieter von Wohlfühl-Produkten, wurde von der Krise hart getroffen. Alle 800 Filialen bleiben geschlossen. Das Unternehmen steht seinen Kunden in dieser stressigen Zeit trotzdem zur Seite. Auf Geheiß der CEOs teilt Rituals sein Wissen um Entspannung per Email. So bleibt die Marke ihren Werten treu, profiliert sich weiter als erste Adresse für Entspannungsprodukte und erhöht unter Umständen die Käufe im eigenen Online-Store.

Mittelständler sollten sich besonders jetzt bewusstmachen, was sie ausmacht. Bleiben Sie Ihren Werten treu und versuchen Sie aus diesen Handlungen abzuleiten, um für Ihre Kunden und Ihr Umfeld Mehrwert zu schaffen.

Die Deutsche Telekom bleibt ihrem Auftrag „Menschen verbinden“ treu und investiert stark in die eigene Marke. Der magentafarbene Telekommunikationsgigant denkt an alle Kundengruppen: Privatkunden erhalten 10 GB Datenvolumen, Unternehmen und Schulen erhalten für drei Monate kostenlosen Zugang zu Office 365 und einem Video-Konferenztool. Auch an Familien wird gedacht: Telekom-Kunden erhalten zeitlich begrenzt kostenlosen Zugang zum Streaming-Anbieter Disney+.
Die Telekom ist regelmäßig auf diversen Social Media-Kanälen präsent und hält die Kunden auf dem Laufenden. Besonders Tim Höttges macht vor, welche Vorbildrolle ein CEO als Gesicht des Unternehmens einnehmen sollte. Er zeigt klare Haltung und Solidarität mit seinen Mitarbeitern.

Seien auch Sie nah an Ihren Kunden. Finden Sie Wege, um mit Ihren Kunden in Kontakt zu bleiben, selbst wenn dies physisch momentan nicht möglich ist. Mit welchen Ihrer Leistungen können Sie Ihre Kunden unterstützen oder deren Situation leichter machen?

Jetzt oder nie ist die Zeit zu zeigen, was Ihre Marke für die Mitarbeiter bedeutet

Auch bei Allianz Global Investors sind die Mitarbeiter derzeit über ganz Deutschland im Homeoffice verteilt. Christian Hormuth, Head of Business Development Key Clients, betont, dass täglich enger Kontakt zwischen den Kollegen besteht. Aber auch über die tagesüblichen Managementthemen hinaus möchte Hormuth die Kommunikation fördern und stärken. Deshalb hat er jedem in seiner Abteilung eine Flasche Wein aus dem eigenen Weinberg zukommen lassen – und eine Einladung zur gemeinsamen Verköstigung via Video-Chat am Abend.

Sorgen auch Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter in dieser schwierigen Zeit zusammenrücken. Erzeugen Sie ein gestärktes Wir-Gefühl. Jetzt zählt es, den Kontakt untereinander nicht zu verlieren. Machen Sie Ihren Mitarbeitern eine Freude und lassen Sie sie wissen, dass sie wertgeschätzt werden.

Auch die Autohaus-Branche hat es momentan schwer. Die Autohäuser Grampp haben sich daher entschieden, die Flotte an derzeit ungenutzten Mietwagen für unkonventionelle Zwecke einzusetzen: Als Lieferfahrzeuge für Nahrungsmittel. Besonders Kunden aus Risikogruppen nutzen den Service und lassen sich, gegen einen geringen Aufpreis, Einkäufe nach Hause liefern. Damit beweist Grampp Kreativität und leistet einen Beitrag zur Bewältigung der Krise. Diese Aktion passt perfekt zur unkomplizierten DNA der Marke und unterstreicht das Markenversprechen „Wir machen’s einfach“.

Wie können Sie Ihre Grenzen überwinden und Ihre Möglichkeiten nutzen? Schauen Sie über den Tellerrand hinaus und werden Sie aktiv. Denken Sie in Richtung Ihrer Mitarbeiter, Ihrer Einrichtungen und Ihrer Produkte. Binden Sie Ihre Mitarbeiter aktiv bei der Suche nach Möglichkeiten ein.

Aldi-Mitarbeiter müssen Sonderschichten schieben, um den Andrang in den Filialen zu bewältigen. Die Restaurants von McDonald’s müssen wegen Corona geschlossen bleiben. Pragmatisch einigten sich die beiden Konzerne auf das Naheliegende: Mitarbeiter von McDonald’s werden vorerst in Aldi-Filialen zur Unterstützung eingesetzt.

Ein klarer Aufruf auch an Mittelständler: Gehen Sie Kooperationen ein! Beide Parteien können dabei nur profitieren. Schauen Sie in Ihr Umfeld: Mit welchen Unternehmen könnten Sie jetzt ein Projekt für das Allgemeinwohl starten? Mit welchen Partnern oder Lieferanten könnten Sie jetzt die Zusammenarbeit intensivieren? Heute geschlossene Kooperationen können Ihnen auch dabei helfen, gestärkt aus der Krise zu gehen.

LinkedIn hat die Gunst der Stunde genutzt: Um sich stärker als die Marke für Weiterbildung zu profilieren. bietet das soziale Netzwerk seinen Kunden momentan 16 Premium-Kurse kostenlos an. Hierzu zählen Kurse zu aktuell relevanten Themen wie die Organisation von Online-Meetings, gesundes Arbeiten und Produktivitätskurse.

Auch Mittelständler können die sich jetzt bietenden Chancen nutzen. Zögern Sie also nicht, sondern setzen Sie Ihre Ideen in die Tat um. Ihre Mitarbeiter können Sie bei der Ideenfindung unterstützen. Jetzt ist nicht die Zeit für perfekt ausgearbeitete Schachzüge. Schnelles Handeln ist gefragt.

Der Textilkonzern Inditex (mit Marken wie Zara oder Massimo Dutti) ist für kurze Produktlebenszyklen und Massenproduktion bekannt. Dort hat man erkannt, wie in der Krise auf Basis dieser Kernkompetenzen ein Mehrwert geschaffen werden kann. Während also die Einkaufsmeilen und Kleidungsgeschäfte geschlossen bleiben, funktioniert Inditex  die Produktionsstätten kurzerhand zur Herstellung von Schutzmasken und medizinischen Kleidungstücken um. Diese werden kostenfrei zur Verfügung gestellt.  Inditex stellt sich dabei mutig den hohen Qualitätsanforderungen bei der Produktion solcher Textilien und kann diesen mit der vorhandenen Expertise genügen.

Seien auch Sie mutig: Wo können Sie mit Ihren Kernkompetenzen den Unterschied machen? Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und inspirieren Sie Ihr Umfeld, es Ihnen gleich zu tun. Jeder Beitrag ist ein Schritt nach vorne.

Alle machen Fehler. Aber nicht alle stehen dazu. Bleiben Sie authentisch und transparent in Ihrer Kommunikation. Niemand kann in Krisenzeiten perfekt handeln. Ihre Kunden werden Verständnis zeigen – jedoch nur, wenn Sie selbst anpacken.

Bildquelle: WikiMedia Commons

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