WM in Katar: 4 Haltungsimpulse für Fans

14. Nov 2022

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4 Haltungsimpulse für
Unternehmen

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4 Haltungsimpulse für
Handel & Gastronomie

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Wie für Unternehmen ist es auch für Fans gar nicht so einfach, sich zur WM zu positionieren. Viele wollen hochklassigen Fußball sehen, aber trotzdem klare Haltung gegen Katar zeigen. Ist also Nicht-Anschauen die Lösung?

Aus unserer Sicht ist es möglich, beides in Einklang zu bringen: Die Verbundenheit mit der Mannschaft und die Begeisterung für den Sport einerseits und eine kritische Haltung gegenüber den Menschenrechtsverletzungen und der Korruption im Gastgeberland Katar andererseits.

Hier kommen 4 Haltungsimpulse für Sie als Fan:

1. Vor der eigenen Haustür kehren: Reflektieren wir unser eigenes Verhalten

Die WM in Katar hält uns allen einen Spiegel vor. Statt uns über Korruption zu empören, könnten wir uns bewusst machen, wie wir es selbst mit der persönlichen Vorteilsnahme halten. Statt Toleranz und Meinungsfreiheit in einer fernen Kultur einzufordern, könnten wir selbst versuchen, mehr Toleranz im Alltag zu leben. Und während alle über die Arbeitsbedingungen im Ausrichterland sprechen, könnten wir auch auf die Arbeitsbedingungen hierzulande schauen, z. B. bei osteuropäischen Gastarbeitern in deutschen Fleischerein und auf deutschen Agrarflächen.

2. Public Viewing als Diskussionsplattform über Menschenrechte und Korruption

Die Frage, ob wir ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft anschauen, ist nicht entscheidend. Am Ende geht es vielleicht auch gar nicht um die FIFA. Denn die WM-Vergabe zu Katar scheint ähnlich korrupt wie die letzten. Viel wichtiger ist es doch zu fragen, wie wir einen Beitrag zur Verbesserung der Lage in Katar leisten können, z. B. für Gastarbeiter, die unter teilweise unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Und da ist viel mehr möglich als das Nicht-Schauen von Fußballspielen. Wenn wir zusammenkommen, um ein Spiel gemeinsam zu schauen, wird sicherlich mehr über das Thema Menschenrechte diskutiert, als wenn wir Zuhause zu bleiben.

3. Treffpunkt WM: Die Unterschiedlichkeit feiern

In Zeiten zunehmender Extreme in der öffentlichen Diskussion kann jedes Gemeinschaftsevent hilfreich sein, Menschen zusammenzubringen. Überall, wo Menschen in guter Absicht zusammenkommen, kann etwas Positives entstehen: z. B. Gemeinschaftsgeist. Die Weltmeisterschaft ist doch die perfekte Gelegenheit, um die Unterschiedlichkeit zu feiern. Unterschiedliche Kulturen, Glaubensrichtungen, Hautfarben kommen zur WM zusammen. Nutzen wir die Gelegenheit. Fiebern wir mit den Kleinen. Bangen wir mit den Großen. Und bringen wir die Menschen zusammen über den Sport und über den Wettbewerb.

4. Perspektive öffnen: Vermeiden wir scheinheiliges Katar-Bashing

Ohne die Geschehnisse in Katar kleinreden zu wollen: Vergessen wir nicht, dass Deutschland auch nicht von einem Tag auf den anderen liberal und tolerant wurde. Zur Erinnerung: Bis 1994 stellte § 175 StGB (der sog. „Schwulenparagraf“) sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe und ermöglichte somit die Verfolgung Homosexueller. Und erst 2017 trat hierzulande das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts (Eheöffnungsgesetz) in Kraft.

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Andere Kulturen abzuurteilen ist einfach. Sie zu verstehen ist schwerer. Entwicklung braucht Zeit. Versuchen wir also, einen Beitrag zu leisten, damit der lange Weg der Verbesserung der Situation in Katar nicht mit der WM endet. Lasst uns Fortschritte in der Entwicklung des Landes anerkennen, ohne die Situation schönzureden.

Eine augenöffnende Perspektive zur Lage in Katar liefert Ex-Außenminister Sigmar Gabriel im Spiegel-Interview „Ich schätze den Emir“.

Ein paar Fragen zur Reflexion zum Thema …

  • Meinungsfreiheit:
    Wann haben Sie zuletzt einen Menschen, der anderer Meinung war, vorschnell bewertet oder abgeurteilt?
  • Korruption:
    Wann haben Sie sich zuletzt einen Vorteil verschafft aufgrund von persönlichen Verbindungen?
  • Arbeitsbedingungen:
    Wie oft setzen Sie sich für die Arbeitsbedingungen Ihrer Kollegen oder Ihrer Mitarbeiter ein?

Wenn Sie bei der Beantwortung dieser Fragen partout kein Entwicklungspotential für sich erkennen können, dürfen Sie sich glücklich schätzen. Inspirieren Sie andere, es Ihnen gleichzutun.

Wenn Ihnen allerdings ein paar Geschichten in den Kopf gekommen sind, können Sie nun für sich Konsequenzen ableiten. Zum Beispiel, dass es besser ist, mit gutem Beispiel voranzugehen, als WM-Spiele aus moralischen Gründen zu boykottieren.

Mehr Insights, wie Unternehmen eine Haltung zur Fifa WM finden, erhalten Sie im Handelsblatt-Interview mit Christopher Spall.

Welche Konsequenzen nehmen Sie für sich mit? Lassen Sie uns teilhaben: ed.ek1669997367ramth1669997367camll1669997367aps@n1669997367oitar1669997367ipsni1669997367

Bildquellen:
Dan Gold on Unsplash

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