ID Summer Camp: Wie wegweisende Ideen und Zusammenhalt in der Natur entstehen

ID Summer Camp: Wie wegweisende Ideen und Zusammenhalt in der Natur entstehen

Die Ausgangslage

Unternehmen im Wachstum brauchen eine verbindende Identität als klaren Kompass. Dazu sind wir raus aus dem Alltag und rein in die Natur mit unserem Kunden EIZO Technologies. Mit dem Weltmarktführer für Visualisierungslösungen im Bereich Flugsicherung haben wir drei inspirierende Tage auf unserem ID Summer Camp am Ammersee verbracht. Was dabei heraus kam und was die älteste Bootsschule Deutschlands damit zu tun hat, sehen Sie im Video.

Die Erfolgsgeschichte der Marke EIZO Technologies

EIZO

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Peak Performer Kids Camps Unterfranken und Oberbayern: Rückblick

Peak Performer Kids Camps Unterfranken und Oberbayern: Rückblick

Wir engagieren uns für die Peak Performer Stiftung zur Förderung der Spitzenleister von morgen. In den Kids Camps wird Kindern und Jugendlichen die Freude am Leisten vermittelt – mit Spiel, Spaß und echten Vorbildern. Christopher Spall unterstützt die Stiftung aktiv als Geschäftsführer.

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CR7 vs. UEFA: Was passiert, wenn starke Marken aufeinanderprallen

CR7 vs. UEFA: Was passiert, wenn starke Marken aufeinanderprallen

Allianz Arena

Weltstar Cristiano Ronaldo sorgte während der EM nicht nur dank seiner Tore für Aufsehen, sondern vor allem, nachdem er auf einer Pressekonferenz Coca-Cola-Flaschen verschmähte und zum Wasser trinken aufrief. Weitere Spieler anderer Vereine taten es ihm gleich und verbannten, entsprechend der eigenen Gesinnung, Coca-Cola und alkoholfreies Heineken-Bier. Die UEFA zeigte für religiöse Gründe Verständnis. Gegenüber den Verbänden drohte sie gleichwohl Geldstrafen an, falls die Aktionen weitere Nachahmer finden sollten. Im Gespräch mit watson erklärt Christopher Spall, warum Fußballer immer mehr Wert auf ihre Wirkung in der Öffentlichkeit legen.

Christopher Spall im Interview mit watson / 25. Juni 2021

Herr Spall, vor noch wenigen Jahren war es normal, dass die deutsche Nationalmannschaft für Produkte wie Nutella, Chips und Cola Werbung gemacht hat. Heute äußern sich die Spieler vor allem zu gesellschaftlichen Themen. Wie kam es zu diesem radikalen Wandel?

Ich glaube, dass wir einen gewissen Wertewandel sehen, der von den Megatrends Gesundheit und Nachhaltigkeit gepusht wird. Und dadurch wird unser Verständnis als Gesellschaft verändert. Aber das heißt nicht, dass es ab heute oder morgen plötzlich für alle wichtig ist.

(…)

Was haben diese Megatrends aktuell für Auswirkungen?

Das Thema gesunde Ernährung durchläuft gerade einen langfristigen Wandel, bei dem einfach das Bewusstsein dafür immer stärker wird. Große Marken haben aktuell das Problem, dass sie noch die alten Rollenbilder bedienen. Daher wird es für Fußballer, die sich ja auch als Marke definieren, immer schwerer, sich mit einer anderen Marke einzulassen. Es gibt ständig die Angst vor dem nächsten Shitstorm.

Ronaldo hat auf Basis seiner eigenen Identität Haltung gezeigt. Das ist der Grundstein für eine glaubwürdige Marke.

Cristiano Ronaldo ließ sich 2008 noch auf einen Werbedeal mit Coca-Cola ein. Nun bei der Europameisterschaft schob er die Flaschen demonstrativ weg und machte deutlich, dass Wasser gesünder ist.

Das hat einfach mit dem persönlichen Reifungsprozess zu tun. Er ist langsam am Ende seiner Karriere und steht mittlerweile für eine gesunde Ernährung und einen unbedingten Leistungswillen. Was er gemacht hat, war eigentlich absolut vorbildlich. Er hat auf Basis seiner eigenen Identität Haltung gezeigt. Das ist der Grundstein für eine glaubwürdige Marke.

(…)

Wie sehr darf man als Spieler seine persönlichen Interessen als Marke über die Interessen der  UEFA als Ausrichter des Turniers stellen?

In diesem Fall prallen einfach die Interessen zweier Marken aufeinander. Einmal die Interessen der Persönlichkeit Cristiano Ronaldo mit seiner Vorbildwirkung und seinem starken Identitätsbewusstsein und auf der anderen Seite die Interessen des Verbands UEFA, die von den Sponsoren viel Geld bekommen.

Die Spieler sind mittlerweile eine eigene Marke.

Also ein Konflikt, der nicht aufzulösen ist?

Genau. Und da muss sich die UEFA überlegen, wie sie die Interessen der Spieler mit den eigenen Marken in Zukunft vereinbart. Wir leben in einer Welt, in der ich Menschen nicht mehr vorschreiben kann, welche Marken sie sich auf das Trikot drucken. Die Spieler sind mittlerweile eine eigene Marke und können sich nicht mit jedem Sponsor identifizieren. Dadurch entstehe eine Aktion wie bei Ronaldo und der Cola-Flasche.

Also hat sich in den vergangenen Jahren ein neuer Typ Fußballer entwickelt, der sich nicht nur für seine Playstation und Karten spielen interessiert, sondern sich seiner Außenwirkung bewusst ist.

Richtig. Heute liegt die Erwartung eben nicht nur darin, dass dieser Mensch vernünftig Fußball spielt, sondern außerhalb des Platzes Verantwortung übernimmt. Er soll Haltung zeigen und sich zu gewissen gesellschaftlichen Themen äußern.

Die entscheidende Fähigkeit in unserer sehr sensiblen und aufgeregten Öffentlichkeit ist, dass man klar weiß:
Was macht mich aus und was wird von mir erwartet?

Haben es die sozialen Medien einfacher gemacht, eine gewisse Haltung zu zeigen?

Es ist ein enormer Hebel, um der eigenen Haltung Ausdruck zu verleihen. Das ist erstmal eine Chance. Gleichzeitig setzt es die Sportler auch enorm unter Druck, sich zu jedem kleinen Thema zu äußern, das mit ihrem Kerngeschäft nix zu tun hat. Nicht jeder Mensch hat von sich aus dieses Sendungsbewusstsein und sagt: ‚Hey, ich suche mir meine Haltung in einem gewissen Thema und äußere diese auch öffentlich.

Wozu führt das? 

Dass sich viele Sportler aufs Glatteis begeben und irgendwelche Experimente in den Sozialen Medien machen. Die wenigsten haben so einen klaren Kompass wie Cristiano Ronaldo und wissen, wofür sie stehen. Die entscheidende Fähigkeit in unserer sehr sensiblen und aufgeregten Öffentlichkeit ist, dass man klar weiß: Was macht mich aus und was wird von mir erwartet?

(…)

Spieler wie die Nationalspieler Leon Goretzka oder Joshua Kimmich sind für ihre klare Haltung in gesellschaftlichen Fragen bekannt. Fürchten große Marken die Zusammenarbeit mit haltungsstarken Fußballern? Vielleicht auch aus Angst, dass sie gewisse Leute verprellen können.

Deshalb sprechen wir heute von einer Co-kreativen Markenführung. Eine Marke allein kann sich gar nicht mehr steuern, weil sie auf die Themen in den sozialen Medien keinen Einfluss nehmen, sondern maximal reagieren kann. Keine Marke, egal ob Unternehmen oder Spieler, hat seine Reputation zu 100 Prozent selbst in der Hand. Da braucht es eine klar Markenidentität, es muss klar sein, welche Werte man verfolgt und für welche Themen man sich einsetzt. Zudem braucht es eine Dialogfähigkeit bei schwierigen Themen.

Jede Marke muss sich im Vorhinein bewusst sein: Alles, was ich sage, kann und wird politisch interpretiert.

Die Debatte um die regenbogenfarbene Münchner Allianz-Arena war groß. Das DFB-Team und auch der ungarische Torwart Petr Gulacsi haben die klar geforderte Haltung gezeigt. Müssen wir uns daher von der Aussage „Sport und Politik sollten nicht vermischt werden“ trennen?

Jede Art der Kommunikation ist heute politisiert. Es gibt nichts mehr, was nicht politisch interpretiert ist. Jede Marke muss sich im Vorhinein bewusst sein: Alles, was ich sage, kann und wird politisch interpretiert.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Was Social Media betrifft, kommuniziert unsere Gesellschaft derzeit noch wie ein Jugendlicher und denkt nicht wirklich über die Konsequenzen nach. Ich glaube, wenn wir es schaffen, einen erwachseneren Umgang mit Social Media zu haben, werden wir bewusster und verantwortungsvoller kommunizieren und nicht mehr einfach mit dem Megaphon in den Wald schreien.

Das Interview führte Lukas Grybowski.

Bildquelle: watson

Hier zum vollständigen Artikel auf watson.de

Watson

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Unsere 5 Erfolgskniffe für Ihren wirksamen Kernzweck alias Purpose

Unsere 5 Erfolgskniffe für Ihren wirksamen Kernzweck alias Purpose

Einen „Purpose“ zu haben, liegt bei Organisationen und Persönlichkeiten im Trend. Was ist wirklich dran am Purpose-Hype? 

Manche sehen ihn als den Heiligen Gral der Markenführung. Doch starke Marken laufen nicht jedem Trend hinterher.  Was der Kernzweck für Organisationen leisten kann und was nicht, erläutern wir hier – und zeigenwas es bei der Purpose-Entwicklung zu beachten gilt. Damit alle sofort verstehen, wovon wir reden, nennen wir den Purpose auf gut Deutsch „Kernzweck“. 

Warum mittelständische Unternehmen Ihren Kernzweck definieren sollten

Der Kernzweck ist ein wichtiger Baustein der Unternehmensidentität. Er beantwortet die Frage, wozu eine Organisation – abgesehen vom Geldverdienen – existiert, also im Sinne von Welches Problem lösen wir? Der Kernzweck ist also der Grund, warum Kunden, Mitarbeiter und auch Bewerber genau uns wählen. Und ist damit ein wahreWachstums- und Attraktivitätstreiber. Das Entscheidende dabei: Der Kernzweck wird niemals er-funden, sondern immer ge-funden. Dazu muss er glaubhaft aus der Identität des Unternehmens herausgearbeitet werden. Er ist jedoch kein Allheilmittel. Realistisch betrachtet ist der Kernzweck der Ausgangspunkt für Ihre strategischen Bemühungen – und auch eine Messlatte für Ihr Handeln. 

 Worauf es bei der Entwicklung eines wirksamen Kernzwecks wirklich ankommt?

Hier sind 5 Erfolgskniffe aus unserer Praxis: 

1. Holen Sie alle Beteiligten ins Boot

Die Entwicklung des Kernzwecks ist keine reine Chefsache. Zum einen ist er mehr als der persönliche Antrieb des CEOs. Zum anderen ist er auch mehr als die Summe der persönlichen Antriebe aller Mitarbeiter. Ein wirklich wirksamer Kernzweck entsteht erst aus der Diskussion mehrerer Anspruchsgruppen. Involvieren Sie Ihre Führungskräfte, Ihre Mitarbeiter und vielleicht sogar Ihre Kunden in den ProzessDie verschiedenen Perspektiven geben Ihnen die Chance, Ihre Organisation und Ihren Kernzweck aus allen Blickwinkeln zu betrachten. 

Ein Zusatznutzen hierbei: Ihre Mitarbeiter werden sich wesentlich stärker mit dem erarbeiteten Kernzweck identifizieren, wenn sie in die Entwicklung mit einbezogen wurden. 

2. Finden Sie den wirklich guten Grund

Der Kernzweck ist die Antwort auf die Frage „Wozu existiert unser Unternehmen eigentlich?“ Er ist also der gute Grund, warum Ihre Kunden, Mitarbeiter und Partner ausgerechnet Sie wählen – und Ihnen treu bleiben – sollten. Identifizieren Sie dieses Argument und bringen Sie es knackig auf den Punkt (er ist dann gut, wenn Sie in der Formulierung nichts mehr weglassen können!). Ein Kernzweck muss zwingend einen klaren Nutzen kommunizieren. Dieser sollte nicht nur für Ihre Kunden spürbar sein. Auch für Ihre Partner, Mitarbeiter und zukünftigen Bewerber muss deutlich werden, was sie davon haben, mit Ihnen zusammenzuarbeiten.

Wenn Sie bereits eine gemeinsame Vision entwickelt haben, dann muss der Kernzweck die Erklärung liefern, warum Sie genau diese Vision anstreben. 

3. Vergessen Sie nicht Ihre Wurzeln

Schauen Sie bei der Entwicklung Ihres Kernzwecks auch einmal zurück in die Vergangenheit. Organisationen werden meist aus einem bestimmten Antrieb heraus gegründet. Graben Sie tiefer und integrieren Sie die Erkenntnisse in Ihren Entwicklungsprozess. Der Gründungszweck kann Ihnen Richtung geben. Er kann sich im Laufe der Zeit auch überholt haben. In jedem Fall ist die Gründungsgeschichte ein sinnvoller Impuls, den es bei der Entwicklung hin zum wirksamen Kernzweck zu berücksichtigen gilt.

4. Sie müssen nicht die Welt retten

Viele Unternehmen schreiben sich als Kernzweck auf die Fahne, die Welt verbessern oder gar retten zu wollen. Manchen kann man das glauben, den meisten nicht. Bleiben Sie realistisch. Es geht nicht darum, gleich die ganze Welt zu retten. Entscheidend ist, dass Sie in Ihrem Wirkungskreis den Unterschied für andere machen. Das ist nicht nur glaubwürdiger, sondern verbessert auch die Identifikation Ihrer Mitarbeiter und Kunden mit dem Kernzweck. Denn sie erkennen einen greifbaren Nutzen für sich selbst und andere. Außerdem spüren besonders ihre Mitarbeiter, dass sie mit ihrem täglichen Handeln einen echten Beitrag leisten können.

5. Leben Sie Ihren Kernzweck, damit er wirkt

Sie haben Ihren Kernzweck wie beschrieben entwickelt? Glückwunsch! Doch jetzt geht die eigentliche Arbeit erst richtig los. Denn der Kernzweck ist ein Anspruch an die eigene Organisation, den es zu erfüllen gilt. Dazu kann es notwendig sein, Veränderung anzustoßen und Bestehendes zu hinterfragen. Ihr Kernzweck wirkt nur, wenn er Ihr tägliches Handeln, und das Ihrer Mitarbeiter, leitet. Nur wenn er von allen Beteiligten spürbar gemacht wird, kann der Kernzweck sein wahres Potential entfalten. Denn am Ende ist es wie bei allem: man muss es einfach machen. 

Photo by Artur Łuczka on Unsplash

Tiefere Einblicke in die Marke „Tony’s Chocolonely“

Tony's Chocolonely

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Testimonial-Einsatz für Marken in der Corona-Krise

Testimonial-Einsatz für Marken in der Corona-Krise

Christopher Spall im Interview in DIE WELT über den Umgang mit Testimonials in der Corona-Krise / 11. Januar 2021

Der Einsatz von Testimonials in der Werbung für Marken ist Alltag. Und ein zweischneidiges Schwert. Denn die Reputation der Marke wird häufig eng mit der des Testimonials verknüft. Besonders in Krisenzeiten können nicht Corona-konforme Kommunikation und andere Fehltritte des Testimonials immensen Schaden anrichten. Christopher Spall beleuchtet einen prominenten Fall im Interview mit DIE WELT.

Michael Wendler bei DSDS: Super-Gau für den Ruf einer Vorzeigemarke

Michael Wendler hat sich als Verschwörungstheoretiker geoutet, trotzdem sollte er in der Sendung „DSDS“ zu sehen sein. Bis er die Pandemie-Maßnahmen mit einem KZ verglich. RTL steht vor einem Scherbenhaufen. Auch, weil gesellschaftliche Entwicklungen der Corona-Zeit übersehen wurden.

Schon beim Auftakt der neuen Staffel „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) war RTL anzumerken, wie unangenehm dem Sender die Präsenz von Michael Wendler in der Jury des Castingformats ist. Wortbeiträge des Schlagerstars wurden mit Musik untermalt, teilweise in erhöhtem Tempo abgespielt. Alles, um ihn lächerlich zu machen und sich selbst, so gut es geht, von ihm zu distanzieren. Beim Zuschauer stellte sich ein Gefühl ein, als müsste man mit der neuen Freundin ein altes Urlaubsvideo mit der Ex ansehen.

Das Testimonial als PR-Desaster

Die Vorahnung hat nicht getäuscht, mittlerweile hat sich der Wendler zu einem regelrechten PR-Desaster für den Sender entwickelt.

Der Fall ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich in der Pandemie die gesellschaftlichen Parameter verändert haben. Aufmerksamkeit um jeden Preis, das war vor der Pandemie. Denn es gibt einen großen Unterschied zwischen Bekanntheit und Attraktivität. Zwischen dem einstigen Traumpaar Wendler und RTL war es schon im Herbst zum Bruch gekommen. Damals hatte sich Wendler, bürgerlicher Name Michael Skowronek, später Norberg und seines Zeichens Schlagersänger, in einem Video zur Corona-Politik in Deutschland geäußert. Er warf der Bundesregierung „grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung“ in der Corona-Krise vor.

Zudem beschuldigte er Fernsehsender, darunter auch RTL, „gleichgeschaltet“ zu sein. Der Sender war daraufhin von ihm abgerückt und nannte ihn einen Verschwörungstheoretiker. Trotzdem sollte Wendler in der 18. DSDS-Staffel noch einmal zu sehen sein, denn 13 Folgen mit dem 48-Jährigen waren bereits aufgezeichnet worden. Es gehe bei der Ausstrahlung auch um Fairness den Sängern gegenüber, über die Wendler damals entschieden habe, hatte RTL die Entscheidung begründet.

Danach war es ruhiger geworden um den Wendler, was RTL sicherlich in die Karten spielte. Am Dienstag allerdings – am Tag der Ausstrahlung der ersten Folge – berichteten mehrere Medien dann über einen Eintrag des Wendlers beim Messengerdienst Telegram. Zu lesen war dort: „KZ Deutschland??? Es ist einfach nur noch dreist was sich diese Regierung erlaubt!“. Auch ein Screenshot des Postings kursierte. Schließlich bestätigte Wendler seine „KZ“-Äußerung auf Instagram. Angeblich, so hieß es jedoch in seinem Statement, sei „KZ“ eine Abkürzung für „Krisen Zentrum“ gewesen. Das glaubte ihm natürlich niemand.

(…)

Der verursachte Schaden muss begrenzt werden

Der Aufschrei nach Wendlers Äußerungen kreierte am Mittwoch einen so hohen öffentlichen Druck, dass dem Sender eigentlich keine andere Wahl mehr blieb. „RTL wird Michael Wendler komplett aus der Sendung schneiden“, stellte der Sender klar – „selbst wenn dabei für die Zuschauer sichtbare, dramaturgische Lücken entstehen.“ Man distanziere sich klar von Wenders Äußerungen, in denen er „Lockdown-Maßnahmen zum Schutz von Menschenleben inmitten der Corona-Pandemie nun in nationalsozialistischen Kontext“ setze.

(…)

Marken müssen die Initiative ergreifen und sofort reagieren

„Aufgrund der Extremsituation haben wir eine ganz andere Sensibilität für asoziale Verhaltens- und Kommunikationsweisen entwickelt“, erklärt der Marken- und Identitätsexperte Christopher Spall im Gespräch mit WELT. Das bekam zum Beispiel Adidas zu spüren, als sich der Sportartikelhersteller entschied, aufgrund der Corona-Schließungen keine Miete mehr für die eigenen Geschäfte zu zahlen. Ein Shitstorm wurde wohl erwartet, aber nicht in diesem Ausmaß. „Das war ein Super-GAU für den Ruf einer Vorzeigemarke“, sagt Spall.

Ähnlich gehe es nun dem Fernsehsender durch den Wendler-Skandal: „RTL wird die negative Reputation nicht los. Nach den ersten zweifelhaften Äußerungen von Wendler agierte der Sender noch nach dem Motto: ‚Das ist unsere Show, die lassen wir uns von einem Verschwörungstheoretiker nicht kaputt machen.‘ Das war zwar mutig, der Skandal wurde dadurch aber nur noch weiter aufgeblasen.

Was lernen wir daraus: Marken müssen in der heutigen Zeit bei solchen Fehltritten die Initiative ergreifen und sofort reagieren. Bevor die Shitstorm-Welle anrollt“, erklärt Spall. „Schauen, wie sich die Dinge entwickeln, wie vor Corona und vor dem Bedeutungsanstieg der Sozialen Medien, die Devise ‚Abwarten und Tee trinken‘ – das war mal.“ Am Ende müsse man rational kalkulieren, welcher Schaden größer sei: Auf der einen Seite der dramaturgische Schaden durch das Rausschneiden des Verschwörungstheoretikers. Auf der anderen Seite der Reputationsschaden für RTL als Ganzes. „Wenn wir diese Rechnung aufstellen, wird schnell klar, dass der dramaturgische Schaden das kleinere Übel ist“, sagt Spall.

Kaufland distanziert sich von seinem Testimonial Wendler

Vor ähnlichen Fragen stand auch der Discounter Kaufland, der ebenfalls durch Michael Wendler in Bedrängnis geraten war. Im Oktober vergangenen Jahres hatte Kaufland einen Werbespot mit dem Sänger gedreht. Sehr aufwendig, sehr teuer. Nach den ersten kritischen Wendler-Bemerkungen stoppte das Unternehmen die Kampagne sofort und ersatzlos und machte damit seinen Standpunkt deutlich. So gewann das Unternehmen in dieser schwierigen Lage sogar noch an Ansehen.

Marken müssen Haltung zeigen

Spall sieht zwei Komponenten, die von Marken derzeit erwartet werden: „Konsequent Haltung zeigen. Und das frühzeitig und aus eigenem Antrieb. Wenn das der Fall ist, gibt es einen Reputationsbonus. Reagieren Marken zu spät und auf Basis eines externen Drucks, wirkt selbst die mutigste Kehrtwende unglaubwürdig.“

Wie schwierig die sein kann, konnte im vergangenen Jahr bei „Uncle Ben‘s“ beobachtet werden. Der verantwortliche, amerikanische Mars-Konzern benannte die Marke um und nahm den dunkelhäutigen Mann von der Verpackung, der seit Gründung das Markengesicht war. Weil die abgebildete Person für die Sklaverei in den US-Südstaaten steht. Uncle Ben‘s vollzog diesen Schritt jedoch erst, als der Druck durch die „Black Lives Matter“-Protestbewegung zu groß geworden war. „Das war für Uncle Ben‘s ein Riesenschritt und hat trotzdem den guten Ruf belastet. Weil sie eben nicht aus eigenem Antrieb gehandelt haben. Die Reaktion war kein Ausdruck einer inneren Haltung“, sagt Spall.

Identitätsprüfung: Passt das Testimonial zur Marke

Durch die Pandemie hat sich laut Spall noch etwas geändert: Das Mantra „Aufmerksamkeit um jeden Preis“ gilt nicht mehr als verlässliche Maxime. „In dieser Zeit brauchen wir eine noch genauere Identitätsprüfung von Menschen und Marken, mit denen wir uns schmücken. Es reicht nicht zu schauen, ob der Typ eine hohe Bekanntheit hat. Das ist zu kurz gedacht“, sagt Spall. Mit seinem Abdriften in die Welt der Verschwörungstheoretiker hat Michael Wendler nicht nur seine Geschäftspartner in Schwierigkeiten gebracht, sondern sich selbst um eine florierende Karriere.

Die Relevanz „des Wendlers“ sei jedoch schon vor seinen Thesen darin begründet gewesen, dass er vor allem als Witzfigur funktioniere. Dadurch sei er überhaupt in Betracht gekommen, bei Kaufland als Testimonial oder bei DSDS als Juror zu fungieren. „Das ist die Rolle, die ihm zugeteilt war. Jetzt hat sich Michael Wendler innerhalb einiger Monate von der Witzfigur zum Reputationskiller entwickelt. Jetzt lacht bei RTL keiner mehr über Wendler“, sagt Spall. Denn nun wird jede Person und jede Marke, die mit ihm in Verbindung tritt, von der Öffentlichkeit abgestraft.

Aufmerksamkeit um jeden Preis zählt heute nicht mehr

„An Michael Wendler sieht man gut den Unterschied zwischen Bekanntheit und Attraktivität. Fast jeder in Deutschland kann mit dem Namen Wendler was anfangen, aber wer sich mit ihm identifiziert, verbindet sich nun nicht nur mit billigem Inhalt, sondern auch mit kruden Thesen“, sagt Spall.

Neben Wendlers eigener leidet wohl die Karriere seiner Ehefrau Laura Müller am meisten unter der Entwicklung ihres Mannes, denn die Influencerin verlor alle Werbepartner. „Daran sieht man, wie mächtig die Reputation ist. Vor den Ausfällen des Wendlers hat Laura Müller deutlich von ihm profitiert und so als Influencerin Werbepartner gefunden. Jetzt ist die Reputation vom Wendler im Keller und plötzlich hängt sie da eins zu eins mit drin“, sagt Spall.

Daran sieht man aber auch, dass die Öffentlichkeit nicht trennt und hinterfragt: Ist das jetzt auch die Haltung seiner Ehefrau? Die Öffentlichkeit urteile da viel gröber, erklärt Spall: „Daher muss man extrem vorsichtig sein, mit wem man kooperiert und vorher schon analysieren: Könnte mir das irgendwann auf die Füße fallen?“

Dass es aber ein Zurück in die Mitte der Gesellschaft für Ausgestoßene gibt, zeigt der Fall Uli Hoeneß. Der Ex-Manager des FC Bayern München befand sich auf dem Höhepunkt seines Skandals um Steuerhinterziehung, was die gesellschaftliche Ächtung angeht, in einer ähnlichen Situation wie jetzt Michael Wendler.

Der Weg zur Rehabilitation ist lang und steinig

Sein Weg zurück sei auch der einzige Weg für Wendler: „Zunächst der Kniefall vor der Öffentlichkeit, also das uneingeschränkte Eingeständnis des eigenen Versagens“, erklärt Spall. „Dann der völlige Rückzug aus der Öffentlichkeit, über einen längeren Zeitraum, mindestens zwölf Monate. Kein Twitter, kein Instagram, erst Recht kein Telegram. Und dann, ohne die Öffentlichkeit zu suchen, ein ehrliches Engagement auf der Basis der eigenen Werte.“ Dann sei es möglich, gesellschaftlichen Kredit zurückzuerlangen und den eigenen Ruf wiederzubeleben.

(…)

Gesellschaftliches Engagement könnte Fehler vergessen machen

„Die Frage wird sein: Ist RTL in der Lage, diese strategischen Fehler vergessen zu machen, die im Umgang mit Michael Wendler gemacht wurden. Indem sie sich beispielsweise im Rahmen der Corona-Krise gesellschaftlich engagieren und so positive Geschichten schreiben. Also genau das Gegenteil dessen, wofür Michael Wendler steht“, sagt Spall. Noch kann Wendler aber weder von Telegram noch von Unwahrheiten und haltlosen Anschuldigungen die Finger lassen. So verbreitete er auch nach dem neuesten Skandal weiter Verschwörungstheorien rund um die Corona-Maßnahmen.

Das Interview führte Marcel Reich.

Bildquelle: Wikipedia / DIE WELT

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Privat: CDU-Politikermarken

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Die Markenprofile von Merz, Laschet und Röttgen im Vergleich

Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Armin Laschet kämpfen am Samstag auf dem CDUParteitag um den Parteivorsitz. Mit dem Geist Markus Söders im Raum fällt dabei auch eine Vorentscheidung über den möglichen nächsten Bundeskanzler. Denn ein Kanzler ohne die Union – als klar stärkste Partei – ist nicht zu machen. Pikanterweise entscheiden die 1001 Delegierten der CDU also somit indirekt mit hoher Wahrscheinlichkeit über den neuen Bundeskanzlerohne dass wir, die wahlberechtigten Deutschen, mitentscheiden können.  

Für alle stimmberechtigten CDUVerantwortlichen unter Ihnen hier eine kurze Entscheidungshilfe aus Markensicht. 

Die CDU muss sich entscheiden, wofür sie stehen will: 

  1. Für die Werte von Friedrich Merz– Partei der Wirtschaftskompetenz, Rechtsstaatlichkeit und starker Führung? 
  2. Für die Werte von Armin Laschet– Konsensorientierung und Maß & Mitte? 
  3. Für die Werte von NorbertRöttgen  Mutiger Zukunftskurs, außenpolitische Kompetenz und Intellektualität? 

Mein wahrscheinlichstes Szenario: 

Merz und Röttgen sind ähnlich positioniert und nehmen sich deshalb gegenseitig die Stimmen weg. Davon wird Laschet profitieren und sollte in einer Stichwahl gegen Merz bzw. Röttgen gesetzt sein. Dann stünde die CDU vor der Entscheidung zwischen klarem Profil und Risikovermeidung. Zwischen Aufbruch und „Weiter so“. Merz und Röttgen sind nicht everybodys darling, dafür aber klarer profiliert als der Ministerpräsident von NRW. Mit Laschet ginge die Partei hingegen den Weg des geringsten Risikos und mit einer Fortsetzung der Merkel-Politik in den Wahlkampf. 

Ich wünsche mir, dass die Delegierten sich klarwerden, mit welcher Zukunftsidee und welchen Überzeugungen sie die größten Schnittmengen haben. Ich wünsche mir, dass sie nicht nur nach koalitionstaktischen Überlegungen für ihre Partei entscheiden, sondern aus Überzeugung den eigenen Werten folgen. Oder sich die einfache Frage stellen: Welchen Haltungsimpuls braucht unser Land mittelfristig in der Welt nach Corona, also über die Pandemie-Bekämpfung hinaus? Aufbruch oder Kontinuität? Klarheit oder Konsensfähigkeit? 

Bildquelle: Wikimedia / Ansgar Koreng – CC BY-SA 3.0 (DE)

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